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Eine alte Volksweisheit defininiert Leben schlicht und einfach
als Bewegung. Selbst der "Fingerzeigfilosof" Imanuel
Kant , der ja seine Geburtsstadt Königsberg nie verlassen
haben soll, hat sein motorisches Bedürfnis in regelmässigen
Spaziergängen befriedigt, und zwar stets zur selben Zeit.
Wenn Kant spazierte, konnten die Königsberger vermerken,
dass es zwei Uhr sein müsse. Wie daraus ersichtlich ist,
lassen sich unterschiedliche Mobilitätstypen festmachen,
wobei das PENDELN eine reduzierte Form der Bewegung intendiert.
Dies birgt automatisch eine gewisse Monotonie- und daraus abgeleitet-
die Gefahr einer gewissen Stupidität in sich.
Ich finde nicht zuletzt im Hinblick darauf, dass ich selbst
als Archetyp eines Pendlers gelten kann, das Unterfangen FLORIAN
LEIBETSEDERS, sich in einer KUNST-und INFORMATIONSSCHAU dem
Fänomen des Pendelns anzunähern, äusserst verdienstvoll.
Sein Projekt ist vor allem hilfreich, die positiven Seiten des
Pendelns aufzuzeigen, indem alle möglichen daraus zu gewinnendne
Anregungen evident gemacht werden, wie z.B. durch den Vergleich
von Design, Produkten, Lebensgewohnheiten, Bahnhöfen etc.
aus Österreich und Tschechien. Indem wir "sehenden
Auges" zwischen dem ÖSTERREICHISCHEN und TSCHECHISCHEN
KULTURKREIS pendeln, können wir uns den diversen Unterschieden
und Charakteristika annähern.
Dr. Manfred Poiger
Direktor Österreichisches Kulturinstituts,
Prag
Es handelt sich beim Pendeln um eine Form der Persönlichkeitsspaltung,
die aber nicht in das Innere des Menschen, sondern nach außen
wirkt. Dahinter steht der Wunsch, an zwei Orten gleichzeitig
zu sein, ja, eigentlich vielmehr sogar sein zu müssen,
was aber durch die physikalischen Gesetze unmöglich gemacht
wird.
Florian Leibetseder
Der vollständige Text ist im Katalo "Der Pendler",
in deutscher und tschechischer Sprache nachzulesen --> hier
erhältlich -->
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