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    UKRAINE - Poltava (November 2001)
    ... TEXT -->

    PRAG (--> page 2)

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    PAGE 1 2
    UKRAINE


      
    Poltava, rauf und runter /
    Poltava, up and down, 2003
    oil on canvas
    180 x 120 cm / 71- x 47+ in




    Zeitungsverkäuferin in Poltava /
    News paper seller in Poltava, 2004
    oil on canvas
    90 x 120 cm / 35,5 x 47+ in



    Autos in Poltava / Cars in Pltava, 2003
    oil on canvas
    90 x 120 cm / 35,5 x 47+ in



    Die Ukrainische Braut in Poltava / The Ukrainian
    bride in Poltava, 2003
    oil on molino
    75 x 120 cm / 29,5 x 47+ in




    Alte Gasstation in Poltava /
    Old gas station in Poltava, 2004
    oil on molino
    90 x 120 cm / 35,5 x 47+ in



    Busstation in den Himmel /
    Bus station to the sky, 2004
    oil on canvas
    50 x 40 cm / 20- x 16- in




    Haus in Poltava / House in Poltava,
    2004
    oil on molino
    120 x 120 cm / 47+ x 47+ in



    Haus in Poltava 1 / House in
    Poltava 1, 2003
    oil on canvas
    120 x 120 cm / 47+ x 47+ in



    Der Kenner / The expert, 2002
    oil on canvas
    150 x 90 cm / 59 x 35,5 in



    Karl Liebknecht Straße / Karl
    Liebknecht street, Poltava, 2003
    oil on molino
    120 x 120 cm / 47+ x 47+ in


    Dorf, Ukraine / Village, Ukraine,
    2004
    oil on molino
    80 x 80 cm / 31,5 x 31,5 in


     
    Bäume oder Ocker Blau diagonal /
    Trees or ocher blue diagonal, 2004
    oil on molino
    80 x 80 cm / 31,5 x 31,5 in


      
    Poltava, 2003
    oil on molino
    120 x 120 cm / 47+ x 47+ in


     
    Abschied / Farewell, 2004
    oil on molino
    150 xl 200 cm / 59 x 79- in



    = SOLD


    UP


    UKRAINE

    Als ich vor drei Jahren von Prag aus in die Ukraine gefahren war, hatte ich noch ein Tschechisches Mobiltelefon besessen und eine halbe Stunde vor der Abfahrt des Busses vom Busbahnhof Florenc die Angestellte des Reisebüros angerufen. Es war kalt gewesen, Anfang November. Prag versank in einer Suppe aus Nebel und Smog. Die Backsteinmauern ergrauten. Die bunten Reklametafeln leuchteten in schrillen Farben. Hier, inmitten gemütlich verkommener Gründerzeithäuser, hatten alle Überlandbusse ihren Abfahrtsort. Die Leute hasteten zu ihren Haltestellen. Nach Paris, London, Lemberg. Lviv. Nach Karlsbad, Amsterdam und Brünn. Die Angestellte des Reisebüros hatte eine frische Stimme. Letzte Zigaretten, ein Räuspern und Spucken. Damen, die nervös auf ihre Armbanduhren blickten. Geschäftsreisende, kaum Gepäck. Unrasierte Fahrer, die missmutig die Tickets kontrollierten. Rucksacktouristen auf Abenteuerfahrt kassierten von rauen Männern in schwarzem Leder verächtliche Blicke. Die Fahrt dauerte zwanzig Stunden. An der polnisch-ukrainischen Grenze musste der Bus warten. Ein altes Modell der Marke Tatra. Der Chauffeur fuhr ruhig. Manche Busse hatten unter der Bodenplatte große Tanks, um immer mit dem billigsten Benzin fahren zu können. Gegen einen geringen Aufpreis war der Fahrer vor den Lemberger Hauptbahnhof gefahren. Die Stadt war kaum beleuchtet. Es war gegen vier Uhr Früh. Im schwachen Licht sah ich Gebäude, die vertraut aussahen: Gründerzeitarchitektur.
    Die Luft: Kalt und sehr feucht. In der Dunkelheit sah ich das Gebäude des Lemberger Hauptbahnhofs vor mir.
    Ich hatte die Müdigkeit schnell abgeschüttelt und bemühte mich, keinen Eindruck dieser neuen Welt zu versäumen. Die Luft, der Prager Luft ähnlich, nur kälter, doch als ich die dunkle Wartehalle betrat, dachte ich, ich sei woanders: An den Wänden entlang hockten Menschen, zumeist in dunkle Mäntel gehüllt, Mützen auf den Köpfen, Kopftücher, eingesunkene Gestalten, die am Boden saßen und warteten. Niemand aß, sprach oder las. Niemand rannte herum, kein Kind lachte oder weinte. Nur manchmal das Geräusch einer kleinen Bewegung.

    Eine mächtige Frau unbestimmbaren Alters saß im scharf abgegerenzten Lichtkegel einer Schreibtischlampe. Sie thronte über einem Berg von Obst, Flaschen, Gebäck, Halvablöcken und Tüten mit Sonnenblumenkernen.
    Swetlana war äußerst geschickt darin, sich einen Sonnenblumenkern zwischen die Zähne zu stecken und in sekundenschnelle dann die Schale auszuspucken. Sie nahm die Kerne aus einer Tüte in den Mund und spuckte die Schalen in eine andere Tüte, sie knallten auf das Papier. Wenn Swetlana währenddessen sprach, so hörte man kaum, dass ihr Mund eine Nebenbeschäftigung hatte.

    Die mächtige, in ihren schwarzen Mantel gepackte Frau sprach mich an. Sie klang freundlich und energisch. Ihr Gesicht war rund, ihre Lippen rot geschminkt. Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich Geld wechseln und eine Fahrkarte nach Poltava kaufen wolle. Poltava, wiederholte sie ungläubig. Sie sprach rasch und deutete auf einen Gang, in dessen Zwielicht ich zwei vergitterte Schalter fand, wo ich Dollar gegen Riven eintauschte und für etwa sechs Dollar die Karte für eine Reise von zweiundzwanzig Stunden kaufte.
    Ich hatte zwei Flaschen Bier gekauft, mich auf die Reisetasche gesetzt und mit dem Feuerzeug die Kappe von der Flasche katapultiert. Ich hatte getrunken und erschrocken die reglos wartenden betrachtet: Ihre Ruhe schien das Ergebnis einer Erschöpfung.
    Gegen halb sechs war ich in einem kalten, blauen Licht unter der verfallenden Überdachung der Bahnsteige gestanden. Ich hatte gewusst, dass die Züge hier breiter waren und glaubte, dass auch zu sehen. Alles war alt und abgenutzt. Ich fragte mich, ob die Leute, die langsam nach und nach erschienen, die selben waren, die so schicksalsergeben in der Wartehalle gehockt waren. Beige Sakkos, dünne Pullover und dunkle Mäntel oder Lederjacken. Der Schaffner trug eine dunkelblaue Uniform. Unwirsch kontrollierte er Fahrkarte und Pass. Er ließ sich das Visum zeigen.
    Im Inneren des Waggons zeigte mir eine rundliche Frau in einer dunkelblauen Uniform meinen Platz: Alle Reisenden bekamen Liegepritschen zugeordnet, die in zwei Etagen übereinander angeordnet waren. Swetlana hatte mir erklärt, wie ich mich zu verhalten hätte. Unter den Betten gab es einen Stauraum für Gepäck und über dem oberen Bett waren Netze gespannt, sodass die Taschen und Koffer in jedem Falle sicher untergebracht werden könnten.
    Der Waggon wurde mit einer kleinen Zentralheizung geheizt. Neben dem Zugpersonal lag eine russige Kammer, in der ein Ofen mit Kohle befeuert wurde. Dort bekam ich von der Gehilfin kochendes Wasser, um Nescafé oder Tee zu machen. Es war schwer zu unterscheiden, ob alles nur abgenutzt oder auch verdreckt war.
    Ich verstaute meinen Koffer unter der Pritsche, hing mir den Rucksack mit dem Fotoapparat und dem Geld über die Schulter. Ich stand wieder auf dem Bahnsteig und rauchte. Der Schaffner kontrollierte Karten und Personalausweise. Ich hatte das Gefühl, hier der einzige Ausländer zu sein.
    Ich erschrak, als punkt sechs Uhr aus verstaubten Lautsprechern blechern ein Marsch geblasen wurde.
    Die Ukrainische Hymne, hatte Swetlana sofort gesagt, als ich ihr davon in Poltava erzählt hatte.
    Swetlanas Mutter hatte Gras gegessen, um nicht zu verhungern.
    Hatte nicht jedes Volk die Regierung, die es verdiente? Bei uns in der Ukraine, hatte Swetlana gesagt, gäbe es in jeder Familie Opfer Lenins und Stalins. Übrigens hätten die Deutschen Russland zerstört. Sie hatten Lenin geholfen, seine Revolution zu machen.
    Ich hatte auf der Pritsche geschlafen. Alle Reisenden hatten Decken und Bettzeug bekommen. Als ich erwachte, öffnete ich eine Bierflasche. Draußen grobe Wiesen, getrocknetes Gras, sanft gehügelte unendliche Ebene. Sandiger Boden, Feldwege. Auf dem Sand wachsen Nadelbäume. Auf der schwarzen Erde wachsen Laubbäume, hatte Swetlana gesagt. Unter dem Zar sei die Ukraine ein reiches Land gewesen.
    Um die niedrigen Stationsgebäude liefen alte Frauen mit Taschen. Sie verkauften Proviant: Teigtäschchen, Kuchen und Sonnenblumenkerne.


    POLTAVA
    (from Wikipedia, the free encyclopedia)

    Poltava (Ukrainian: èÓÎÚ‡´‚‡) is a city and oblast center in Poltava Oblast in central Ukraine with some 313,400 inhabitants (2004).
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    History

    It is still unknown when the city was founded. Within the city limits the archeologists unearthed a Paleolithic dwelling as well as the Scythian remains. The present name of the city is traditionally connected to the settlement Ltava which is mentioned in the Hypatian Chronicle.

    The city belonged to Lithuania from the 14th century. Polish administration took over in 1569. In the 16-17th cc. it belonged to Pereyaslav Kniazhestvo (Principality). In 1648 Poltava was captured by the Ukrainian magnate Yarema Vishnevetskyi (1612-51). Poltava was the base of a distinguished Polk (Regiment) of the Ukrainian Cossacks. In 1667 Poltava became a part of the Russian Empire.

    In the Battle of Poltava on June 27, 1709 (Old Style), or 8 July (New Style), tsar Peter the Great, commanding 45,000 troops, defeated at Poltava a Swedish army of 29,000 troops led by Field Marshal Carl Gustaf Rehnskiöld (who had received the command of the army after the wounding of the Swedish king Charles XII on June 17). "Like a Swede at Poltava" remains a simile for "totally helpless" in Russian and Ukrainian idiom. The battle marked the end of Sweden as a great power and the rise of Russia as one.

    The city played host to the Mir Yeshiva during World War I and until 1921.

    It is the birthplace of actress Zhanna Prokhorenko.

    Additional information about Poltava can be found at <http://ukraineinfo.gov.ua/oae/en/publication/content/323.htm>

    KOSAKEN
    (aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)

    Kosaken waren ursprünglich entflohene, leibeigene russische und ukrainische Bauern und desertierte Tataren, die seit dem 15. Jahrhundert in der südrussischen Steppe eigene Siedlungen und Gemeinschaften gründeten und zu Wehrbauern wurden, die sich gegen die häufigen Überfälle asiatischer Reiternomaden verteidigen mussten. Bis in das 18. Jahrhundert waren sie vom russischen Zarenreich teilweise unabhängig. Dann wurden sie nach und nach zunächst als freie Reiterverbände in die russische Armee eingegliedert. Hauptsiedlungsgebiete der Kosaken waren der Ural, das Don- und das Dnipro-Gebiet. Traditionell sind die Kosaken hierarchisch unter Atamanen oder Hetmanen organisiert. Ural- und Orenburger Kosaken waren maßgeblich an der Kolonisierung Sibiriens beteiligt. Die Bezeichnung Kosake leitet sich von dem tatarischen Kazak ab, was "freier Krieger" oder "Bandit" bedeutet.



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